Azelainsäure

Obwohl Ärzte schon lange mit dem Power-Wirkstoff Azelainsäure arbeiten ist es in Kosmetikprodukten bislang eher selten vertreten. Doch sein Vormarsch in die Badezimmerschränke ist, aufgrund seiner positiven Wirkung auf die Haut, bald nicht mehr zu stoppen. Was diese neue Säure kann und für wen sie geeignet ist, dem wollen wir in diesem Artikel genauer auf den Grund gehen.

Was ist Azelainsäure

Azelainsäure (INCI: Azelaic Acid) gehört zu den Dicarbonsäuren und wird aus Getreide, Gerste und Roggen gewonnen. Im Kosmetikbereich kommt synthetisch hergestellte Azelainsäure zum Einsatz, da diese stabiler ist. Medizinisch eingesetzt wird die Säure bei der Behandlung von leichter bis mittelschwerer Akne und Rosacea. Aber der Wirkstoff kann noch mehr. Durch seinen leicht peelenden Effekt löst Azelainsäure Verhornungen, dabei werden die Poren gereinigt und die Haut wird ebenmäßiger und geschmeidiger. Azelainsäure ist entzündungshemmend und antibakteriell und bekämpft so wirksam Akne und deren Entstehung. Auch Pigmentflecken werden durch die Hemmung der Melaninbildung in die Flucht geschlagen.

Azelainsäure ist mit einer Konzentration bis zu 10 % frei verkäuflich in Kosmetikprodukten erhältlich. Alles was darüber hinausgeht (Konzentrationen von 15 bis 20 %) ist verschreibungspflichtig.

Anwendungsgebiete von Azelainsäure

Anwendung von Azelainsäure

Azelainsäure sollte wie andere Power-Wirkstoffe immer einschleichend in deine Pflegeroutine integriert werden, damit die Haut sich langsam daran gewöhnen kann. Am besten startest du mit 2 bis 3 Anwendungen pro Woche, vorzugsweise abends und steigerst die Anwendungshäufigkeit auf 1 mal täglich. Bei hartnäckigen Hautproblemen ist eine Anwendung von 2 mal täglich anzustreben.

Zunächst sollte das Gesicht gründlich aber sanft gereinigt werden. Im Anschluss kann ein BHA und/oder AHA Peeling und ein Vitamin C Produkt aufgetragen werden. Nachdem alles gut eingezogen ist kann die Azelainsäure folgen. Wie auch bei der Verwendung von Retinol solltest du auch mit Azelainsäure sparsam umgehen. Eine erbsengroße Menge ist ausreichend. Augen und Mund und Schleimhäute sollten ausgespart werden. Zum Abschluss noch ein Serum und eine pflegende Gesichtscreme mit Lichtschutzfaktor (mindestens LSF 30) – fertig.

Azelainsäure lässt sich gut mit AHA und BHA Peelings kombinieren.

In der Schwangerschaft und Stillzeit sollten keine Produkte mit Azelainsäure angewendet werden. Am besten du klärst die Anwendung vorher mit deinem Arzt ab.

Alternative zu Benzoylperoxid

Benzoylperoxid (kurz: BPO) wird ebenfalls bei Akne eingesetzt und punktuell auf die betroffene Hautstellen aufgetragen. Da es allerdings nur ein reines Aknemittel ist und keinen Anti Aging Effekt hat, gebe ich Azelainsäure hier klar den Vorzug.

Nebenwirkungen von Azelainsäure

Zu Beginn der Anwendung kann es zu trockener oder schuppender Haut kommen. Auch ein Jucken, Stechen oder Brennen kann auftreten. Die Nebenwirkungen klingen in der Regel ab, sobald sich deine Haut an den Wirkstoff gewöhnt hat.

Die besten Produkte mit Azelainsäure im Test

Ich selbst bevorzuge und vertrage Azelainsäure in hoher Konzentration von 20 %. Aus diesem Grund lasse ich mir regelmäßig die Skinoren 20 % Creme von meinem Hautarzt verschreiben. Die Creme wende ich nur abends im Wechsel mit Retinol und Benzoylperoxid (Epiduo Forte 0,3 % Adapalen und 2,5 % Benzoylperoxid, verschreibungspflichtig) an. Solltet auch ihr mit Hautunreinheiten zu kämpfen haben sprecht die Anwendung am besten mit eurem Arzt durch.

Bei den frei verkäuflichen Produkten kann ich euch den Azelaic Acid Booster von Paula´s Choice (10 % Azelainsäure) oder die Azelaic Acid Suspension 10% von Ordinary ans Herz legen.

Fazit

Azelainsäure ist nicht nur bei unreiner Haut das Produkt schlecht hin, sondern hat sich als wahres Allround-Talent entpuppt. Akne, Rosacea, Pigmentflecken, Aknenarben, Pickelmale und Falten werden effektiv bekämpft und das Hautbild geebnet. Diese Säure hat es definitiv in die Top Ten meiner Pflegeprodukte geschafft.

Teile uns mit deinen Freunden